13.07.2007

Neue Brücke in Sicht

Brückentreff: Die 14. CTA-Containerbrücke, hier vor der Köhlbrandbrücke

CTA erhält 14. Containerkran

Mit der Übernahme einer weiteren Containerbrücke hat das Container-Terminal in Altenwerder das eigene Umschlagsvermögen ein weiteres Mal optimiert. Durch vier neue Lagerblöcke, 20 zusätzliche Automated Guided Vehicles (AGV) und die neue Containerbrücke steigert die HHLA die Kapazität des CTA auf der vorhandenen Fläche auf rund drei Millionen TEU pro Jahr.

Eine 14. Containerbrücke erreichte Ende Juni auf dem Trägerschiff "Zhen Hua 14" das HHLA-Container-Terminal in Altenwerder. Das Schiff passierte nach der 63-tägigen Reise von Shanghai nach Hamburg spätnachmittags bei Niedrigwasser die Köhlbrandbrücke. Etwa eine Stunde später machte das Schiff mit der Post-Panmax-Doppelkatzbrücke am südlichen Liegeplatz 4 des CTA fest. In den folgenden drei Tagen wurde die 2.000 Tonnen schwere und 110 Meter hohe Brücke an Land gebracht. Hersteller der Containerbrücke ist der chinesische Stahlbaukonzern Zhen Hua Port Machinery Co., Ltd. (ZPMC). Nach Installation der elektrischen Steuerung geht die neue Containerbrücke voraussichtlich Ende September 2007 in Betrieb.

Fünfter Liegeplatz beantragt
Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung hat die HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) mit dem Mitgesellschafter Hapag-Lloyd AG bei der Hamburg Port Authority auch den Bau eines fünften Liegeplatzes für den HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA) beantragt. Damit soll die Kapazität der Anlage auf bis zu 4 Millionen TEU gesteigert werden. Der CTA war ursprünglich für eine jährliche Kapazität von 1,9 Millionen TEU geplant. Tatsächlich wurden hier im Jahr 2006 bereits rund 2,1 Millionen TEU umgeschlagen. Durch Investitionen in die Suprastruktur steigert die HHLA die Kapazität des CTA auf der vorhandenen Fläche auf rund 3 Millionen TEU. Ein weiterer Liegeplatz im nördlichen Anschluss an die bestehende Kaimauer könnte die Kapazität des CTA auf bis zu 4 Millionen TEU erhöhen. Seitdem im Juni 2002 mit der "Nedlloyd Africa" das erste Containerschiff am CTA abgefertigt wurde, hat der weitgehend automatisierte Terminal nach Aussage seiner Betreiber seine Leistungskraft erfolgreich unter Beweis gestellt.

"Neue Wege entstehen erst beim Gehen." Dieses Sprichwort scheint wie geprägt für den HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA). Ziel der seinerzeitigen Planungen war ein neuartiges Terminal-Layout und viele speziell entwickelte Arbeitsabläufe, die den Containerumschlag letztendlich effizienter und sicherer gestalten sollten. Neben dem kompakten Layout mit klarer Gliederung und kurzen Wegen ist so heute eine hochgradige Automatisierung das Markenzeichen für Altenwerder. Ein komplexes, ständig weiterentwickeltes IT-Sytem übernimmt die Steuerung verschiedener Elemente, von der Containerbrücke bis zur Lagerhaltung. Das optimierte Zusammenspiel ist nach Aussage der HHLA die Basis der hohen Effizienz des Terminals.

22 Containerreihen-Reichweite
Auf 1.400 Meter Länge bietet der Ballinkai in Altenwerder Liegeplätze für bis zu vier Großcontainerschiffe der Super-Post-Panmax-Klasse und ein Feederschiff zur gleichen Zeit. Sie können mit 14 Zweikatz-Containerbrücken abgefertigt werden, dazu kommt eine Feederbrücke. Wenn die großen Containerbrücken ihre Ausleger aufgetoppt haben, beträgt die absolute Höhe etwa 110 Meter. Die Ausleger ragen 61 Meter weit über das Wasser und können 22 Containerreihen nebeneinander bearbeiten. Damit sind sie in der Lage selbst die neue Generation von Mega-Schiffen abzufertigen, die derzeit noch in der Konstruktionsphase ist.

Der Containerumschlag ist in zwei Phasen aufgeteilt: An der Wasserseite löschen und laden die besonderen, mit zwei Katzen ausgestatten Gantry Cranes die Container vom  bzw. auf das Schiff. Die Hauptkatze der Containerbrücke wird von einem Fahrer bedient, der die unvermeidlichen Bewegungen des Schiffes durch Fingerspitzengefühl ausgleicht. Computer sind dazu nicht in der Lage und erreichen auch nicht die Produktivitäten erfahrener Brückenfahrer. Auch lässt sich die Verantwortung für die Sicherheit des Umschlages an dieser Schnittstelle Schiff-Terminal nicht an den Computer übergeben.

70 Automated Guided Vehicle
Der Container wird auf einem höher gelegenen Arbeitsportal abgesetzt, wo Lascher die Twistlocks entfernen bzw. anbringen. Außerdem wird dort noch einmal die Kennung der Boxen überprüft. Anschließend übernimmt die zweite, so genannte Portalkatze den Container automatisch und setzt ihn auf ein Automated Guided Vehicle (AGV). Mehr als 70 dieser Fahrzeuge sorgen für den Transport zwischen den Brücken und dem Containerlager. Sie finden ihren Weg völlig selbstständig, ohne menschliche Anweisungen.

Die AGV suchen sich den schnellsten Weg anhand von mehr als 10.000 Transpondern, die in den Boden eingelassen sind. Deren Signale werden an eine eigens entwickelte Software weitergeleitet, die den kürzesten Weg zum Ziel unter Berücksichtigung der anderen Fahrzeuge errechnet und steuert. Diese komplexe Software hilft auch dabei, den Schienen- und Straßenverkehr auf dem gesamten Terminal mit dem Containerumschlag zu kombinieren und zu optimieren. Das System steuert über Datenfunk die diversen Kräne und Zugmaschinen. Erreicht werden dadurch kürzere Fahrstrecken, weniger Leerfahrten und termingerechte Abwicklung aller Transportaufträge. Die optimale Auslastung aller Ressourcen spart Kosten und steigert die Qualität und Produktivität der gesamten Terminallogistik.

Anbindung an Straße und Schiene
Das Containerlager besteht aus 25 Lagerblöcken, die von jeweils zwei RMG bearbeitet werden. Diese Lagerkräne sind unterschiedlich hoch und können daher parallel zueinander arbeiten. Auf diese Weise können auch Container ausgeliefert werden, wenn einer der Kräne ausfällt. Die Boxen werden nach den Vorgaben der EDV gelagert und die Stellplätze in ruhigen Phasen so optimiert, dass die Auslieferung möglichst schnell erfolgt. Die Ausgabe an der Landseite erfolgt durch Mitarbeiter im Kontrollzentrum, die den Container per Joystick und Kamera auf Lkw oder Trailer absetzen. Den Transport zwischen Blocklager und Bahnverladung übernehmen 200 terminaleigene Trailer und 12 Zugmaschinen.

Derzeit sind 530 Mitarbeiter direkt beim Terminal und seinen Töchtern angestellt, und es sollen weitere 100 dazu kommen. Außerdem werden weitere Leistungen am und um das Schiff von Fremdfirmen (Festmacher, Lascher, Stauer...) erbracht. Bisher investierten die HHLA und ihr strategischer Partner Hapag Lloyd (Beteiligung von 25,1 %) insgesamt 380 Mio. € ins CTA. Davon 230 Mio. € in Containerbrücken, Lagerkrane und andere Technik, sowie 100 Mio. € in Verkehrs- und Lagerflächen. Außerdem hat die Stadt Hamburg 300 Mio. € für die Infrastruktur aufgebracht. Und wenn die HHLA am Ende des Monats ihre Halbjahresbilanz veröffentlichen wird, kann man davon ausgehen, dass die Erfolgsgeschichte im Hamburger Hafen eine Fortsetzung erfahren wird - über die wir, ebenso sicher, in der kommenden "ConTraiLo"-Ausgabe berichten werden.

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