16.12.2008

Neue Terminalflächen in Halle

Die Kisten können kommen: Die Inbetriebnahme weiterer Umschlagsflächen bedeutet für den Hafen in Halle zusätzliches wirtschaftliches Potential

TEU, TEU, TEU

Im Beisein zahlreicher Gäste aus Wirtschaft und Politik wurde letzte Woche im Hafen von Halle/Saale eine Erweiterung der Containerflächen sowie ein Ferrari-Reachstacker offiziell der jeweiligen Bestimmung übergeben.

Wie derzeit in zahlreichen Wirtschaftsbereichen verbreitet, überschattete die finanzielle Situation ausgesuchter Branchen die Einweihung der zusätzlichen Umschlagskapazitäten an der Saale. Doch spürte man während der Feierstunde in Halle eindeutig die Aufbruchstimmung, die mit der abermaligen Erweiterung der Flächen verbunden ist. So will man sich nach einem Umschlag von 36.000 TEU im vergangenen Jahr aktuell auf einen Umschlag von 48.000 TEU einstellen.

Der Hafen wurde in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts eröffnet und in den Jahren 1996 bis 2001 umfassend um- und ausgebaut. Hierbei wurden etwa 31 Mio. Euro Investitionen für schiffs-, bahn- und straßenseitige Infrastruktur, Umschlagtechnik und -equipment sowie für die Erschließung von Flächen für die Ansiedlung von produzierenden Unternehmen getätigt.

Im Rahmen der Akquise von Neu-Verkehren ist es der Gesellschaft im Jahr 2004 gelungen, regelmäßige Container-Zugverkehre zwischen Halle und den Überseehäfen in Hamburg sowie Bremen/Bremerhaven zu etablieren. Diese Verkehre wurden von anfangs jeweils drei ein- und ausgehenden Ganzzügen auf derzeit jeweils sechs ein- und ausgehende Ganzzüge mit bis zu 80 TEU ausgeweitet. Dabei hat sich das Container-Aufkommen im KV-Terminal seit 2004 durchgehend positiv entwickelt: mit etwa 36.000 umgeschlagenen TEU in 2007 hat sich die Containermenge gegenüber 2004 mehr als versechsfacht.

Vorweihnachtliche Bescherung: Anfang Dezember erhielt der Hafen Halle nicht zuletzt für die nun erweiterten Terminalflächen einen weiteren Reachstacker

Eine grundlegende Voraussetzung für die Etablierung und das Wachstum dieser Verkehre waren die vorhandenen Standortbedingungen: eine 30 m breite und über 700 m lange befestigte Ladestraße mit zwei Gleisen von jeweils 635 m nutzbarer Länge. Mit dem vorhandenen Wachstum und steigender Nachfrage zu weiteren Leistungen war aber bereits in 2006 die Kapazitätsgrenze der vorhandenen Anlagen absehbar, so dass die Gesellschaft die Erweiterung des Terminals plante.

Mit der Flächenerweiterung um fast 10.000 m² wird die Abstellkapazität von etwa 600 TEU auf über 1.500 TEU, darunter 200 TEU Gefahrgut und 30 TEU Kühlgut, erhöht. Mit der Anschaffung des neuen Reachstackers und die Flächenerweiterungen soll das Terminal für einen mittelfristigen Zeitraum in die Lage versetzt werden, neben dem erwarteten Container-Aufkommen auch die bereits angefragten Umschläge von Wechselbrücken und Sattelaufliegern realisieren und diese Leistung auch in der Akquise gezielt vermarkten zu können.

Der Betrieb des KV-Terminals erfolgt ausschließlich durch die Hafen Halle GmbH. Neben dem Bedienpersonal für die Reachstacker (neben dem anzuschaffenden Neugerät arbeitet einen weiteres, ab Februar 2009 technisch analoges Mietgerät) koordiniert seit 2008 eine eigene KV-Dispo den gesamten bahn- und straßenseitigen Verkehr im Terminal einschließlich der Stellplatzverwaltung und Fakturavorbereitung. Seit kurzem werden über diese Dispo auch sog. dispositive Leistungen für Einzelkunden - Organisation kompletter Containerrundläufe Seehafen-Kunde-Seehafen - realisiert. Dieses Geschäft, bei dem der Hafen selbst Zugleistungen ordert, soll künftig ausgebaut werden.

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