Rostocker Hafen mit neuer Bestmarke
Rekordjahr an der Warnow
Auf seinem traditionellen Neujahrsempfang in Januar konnte der Hafen Rostock diesmal ein neues Rekordergebnis verkünden. Insgesamt 28,6 Millionen Tonnen Fracht gingen im vergangenen Jahr über die Kaikanten, das sind 400.000 Tonnen mehr als im Vorjahr.
Entsprechend zufrieden zeigte sich der Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero), Ulrich Bauermeister: „Dieses Ergebnis ist umso erfreulicher, weil die Hafenunternehmen es in einem zum Jahresende schwierigen wirtschaftlichen Umfeld positiv gestalten konnten.“
Für die positive Gesamtbilanz sind vor allem starke Zuwächse im RoRo-Verkehr sowie bei Flüssig- und Schüttgütern verantwortlich. So stieg der RoRo-Umschlag um eine Million Tonnen auf 2,3 Millionen Tonnen an. Über den Terminal für den Kombinierten Ladungsverkehr (KLV) wurden im letzten Jahr 69.053 Ladeeinheiten mit einer Gesamttonnage von 1,46 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das entspricht einem Zuwachs von 14 Prozent. Wöchentlich verkehren 25 Kombiverkehrszüge zwischen Rostock und Verona, Duisburg/Hamburg, Basel und dem österreichischen Wels.
Für Furore hatte die Deutsche Bahn einen Tag zuvor mit ihrer Ankündigung gesorgt, ihren Schwedenverkehr über den Seeweg von Rostock nach Sassnitz zu verlagern. Nach offizieller Darstellung der Bahn betrifft die Verlagerung nur die Verbindung nach Trelleborg, die lediglich fünf Prozent der Verkehre via Rostock ausmachten. Gleichwohl hielt sich Bauermeisters Verständnis für die Pläne der Bahn in sehr engen Grenzen: „Man kann sich durchaus fragen, wer da seinem Wahlkreis noch vor der Bundestagswahl ein kleines Geschenk machen will.“
2009 sieht der Hero-Geschäftsführer mit „gedämpftem Optimismus“ entgegen: „Diese Ergebnisse zu überbieten wird schwer, denn natürlich ist die gesamte Logistikwirtschaft von den Absatzschwierigkeiten produzierender Unternehmen betroffen." Die anstehende Wachstumspause sieht Bauermeister gleichsam als Chance, Hafenanlagen und Umschlag qualitativ weiter zu verbessern, um am nächsten Aufschwung umso stärker zu partizipieren.
Für dieses Jahr wird ein Investitionsvolumen von 24,5 Millionen Euro veranschlagt. In Angriff genommen werden die Bauarbeiten am Liegeplatz 37 und Sanierungen im Kaibereich der Liegeplätze 23 und 24 im Hafenbecken B, die Optimierung der Stromversorgung im Seehafen sowie die Erschließung und Baureifmachung weiterer Flächen auf dem Hafenterritorium.
Darüber hinaus steht es für den Hero-Chef außer Zweifel, dass die konjunkturelle lage sich über kurz oder lang auch wieder erholt: „Wir haben zwar keine Glaskugel, die uns sagt, wie es weitergeht“, räumte Bauermeister ein, „aber wir sollten uns auch nicht selbst in den Keller reden!“
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