Gefahrgutspezialisten der Hamburger Wasserschutzpolizei
Risiken minimieren
Hamburg, ein weit offen stehendes Tor zur Welt. Im letzten Jahr wurden in der Hansestadt 9,7 Mio. Container umgeschlagen. In vielen der Transportboxen befindet sich Gefahrgut. Dass es nur selten zu Zwischenfällen mit Gefahrgütern kommt, liegt unter anderem an der Abteilung 13 der Hamburger Wasserschutzpolizei. Der gehören neun Spezialisten an, die sich um die Sicherheit im Hamburger Hafen kümmern.
Die hat ihren Dienstsitz am Waltershofer Hafen und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden Containerterminals Burchardkai der HHLA und Eurogate. Geleitet wird die Abteilung von Polizeihauptkommissar Rüdiger Rohland. Der ausgewiesene Spezialist für Gefahrgüter sitzt auch an diesem Morgen mit seinen Mitarbeitern zusammen und bespricht das Kontrollprogramm für den heutigen Tag.
Anhand des Gefahrgut-Informationssystems GIGIS sowie Hinweisen aus den Terminals wurde bereits eine Reihe von Gefahrgutcontainern ausgewählt, die von den Beamten begutachtet werden sollen. Kein leichtes Unterfangen, angesichts der großen Menge von Gefahrgutcontainern. Im Jahr 2008 wurden im Bereich der Dienststelle WSPK 1 6128 Schiffe mit Gefahrgut (als Stückgut / Container) angemeldet. Es handelte sich insgesamt um 225.064 Gefahrgut-Container. Kontrolliert werden kann nur ein kleiner Teil.
Im vergangenen Jahr waren es rund 2000 Container. Die Beanstandungsquote ist erschreckend hoch: Etwa 92 Prozent der kontrollierten Container wurden von den Beamten beanstandet. „Allerdings”, so Rohland, gehen wir beim Großteil der Container, die wir kontrollieren, gezielt vor.”
Damit sich die Polizisten bei ihrer täglichen Arbeit keinen unnötigen Risiken aussetzen müssen, sind sie mit Multigasdetektoren ausgerüstet. Deren Mess-Sensor wird durch die Türdichtung in den Container eingeführt und misst die Atmosphäre im Container. Signalisiert das Gerät einen gefahrlosen Zugang zum Container, darf die Tür geöffnet werden.
Mangelnde Ladungssicherung
„Aber auch das Öffnen der Containertüren ist mit Vorsicht zu genießen“, weiß Rohland. Der Grund: Das Thema Ladungssicherung im Container wird nach wie vor vielfach vernachlässigt. Auch wenn die Ladung formschlüssig im Container verstaut wurde ist sie zwingend zur Tür hin zu sichern. Genau das ist nicht immer der Fall. Die Folge: Wird die Tür geöffnet kann die Ladung dem Entlader entgegen fallen.
Ansonsten werden die Beamten mit dem ganzen Spektrum an möglichen Fehlern im Bereich Ladungssicherung konfrontiert. Zu Konsequenzen in Form von Bußgeldern führt das im Regelfall aber nur, wenn es sich um einen Export-Container handelt.
Neben den gezielten Kontrollen führen Rohland und sein Team auch Stichprobenkontrollen durch. So gehört eine Besichtigung der Stellplätze für Gefahrgutcontainer zum täglichen Standardprogramm. Sind Container aufgrund ihres Zustandes oder Kennzeichnung auffällig, werden sie kontrolliert.
Freund und Helfer
Als Schikane werden die täglichen Kontrollen durch die Spezialabteilung der Wasserschutzpolizei übrigens nicht empfunden. Im Gegenteil: Die Hafenwirtschaft und die Polizei arbeiten partnerschaftlich zusammen schließlich geht es um die Hafensicherheit.
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