Die LHG setzt auf den Bahnverkehr
Auf der Schiene ins Hinterland
Der Lübecker Hafen möchte bei seinen Hinterlandanbindungen künftig in starkem Maße auf die Bahn setzen. Zurzeit werden rund 81 Prozent der Güter über die Straße und rund 3 Prozent über die Binnenwasserstraße Elbe-Lübeck-Kanal transportiert.
Neben Papiertransporten, die als reine Papierzüge den Hafen verlassen, spielt der Kombinierte Verkehr nach Angaben der LHG eine immer größere Rolle. Die KV-Anlage am Skandinavienkai schlug im Jahr 2009 rund 77.000 Einheiten um. Betrieben wird sie von der LHG-Beteiligung Baltic Rail Gate. Geschäftsführerin Antje Falk: „Nach Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten hat die Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr zu einem Minus von 16 Prozent geführt. Es gab jedoch in den vergangenen Monaten spürbare Anzeichen für eine leichte Erholung.“
Erweiterungspläne
Mittelfristig rechne man damit, die Marke von 100.000 Einheiten zu erreichen. Falk: „Spätestens dann müssen wir unsere bereits vorhandenen Ausbaupläne konkretisieren. Gedacht ist zunächst an eine Ergänzung der Anlage um ein sechstes zuglanges Gleis.“ Später sei dann eine komplette Erweiterung der Anlage in Form eines zweiten Moduls mit zusätzlichen Kranbrücken und Gleisen denkbar. In Planung ist bei der LHG ebenfalls eine verbesserte Bahnanbindung des Seelandkais.
Gleichzeitig Operateur
Bereits heute ist das KV-Terminal am Skandinavienkai mit verschiedenen Verkehrszentren vernetzt. In Lübeck-Travemünde werden 30 Ganzzüge pro Woche und Richtung abgefertigt. Destinationen sind unter anderem Basel, Ludwigshafen, Köln, Duisburg, Verona und Novara. Dabei sind die Schiffsabfahrten und –ankünfte mit der Bahnseite vernetzt. Falk: „In diesem Jahr werden wir unser Netz noch weiter ausbauen. Dazu führen wir derzeit Gespräche mit verschiedenen Interessenten.“ Die LHG ist dabei nicht nur Umschlaghafen, sondern auch Eisenbahnverkehrsunternehmen, das vier eigene Lokomotiven vorhält und Traktionen zwischen den Lübecker Hafen-Terminals, nach Hamburg-Maschen und zu anderen Destinationen anbietet.
Investitionen
Lübeck habe ein hohes Potenzial im Transport auf der Schiene, so Falk: „Durch die Ende 2008 abgeschlossene Elektrifizierung der Strecke Hamburg-Lübeck bis in die Hafenbahnhöfe hinein und die durchgängig zweigleisige Verbindung zwischen Lübeck und Travemünde, die in diesem Jahr fertig gestellt sein wird, investieren Bahn, Hafenbahn und Hafen in die Zukunft.“
Weitere Artikel zum Thema Schiene
- Bode: Die Weichen für Wachstum und Beschäftigung stellen
- Hupac weiht Umschlagterminal in Antwerpen ein
- DB Schenker mit Grünem Logistiknetzwerk
Archiv
Anmeldung
Achtung: Cookies müssen vom Browser beim Login akzeptiert werden.



