20.06.2007

Erfolgreicher Strukturwandel

Wussten Sie schon, dass der Hafen Duisburg zu den 100 größten Containerhäfen der Welt gehört?

Logistikdrehscheibe Duisburger Hafen

Duisburg Ruhrort: Wer nicht aus dem Ruhrgebiet stammt, denkt an Schimanski, gemütlich vor sich hin tuckernde Binnenschiffe und den manchmal etwas herben Charme der Region. Es gibt eine Fülle von Klischees, die einem in Zusammenhang mit Duisburg in den Sinn kommen. Ganz und gar kein Klischee ist die Entwicklung, die der Hafen- und Logistikstandort Duisburg in den letzten Jahren genommen hat.

Duisburg Ruhrort: Wer nicht aus dem Ruhrgebiet stammt, denkt da zunächst an Schimanski, an gemütlich vor sich hin dümpelnde Binnenschiffe und den manchmal etwas herben Charme der Region. Es gibt eine Fülle von Klischees, die einem in Zusammenhang mit Duisburg in den Sinn kommen. Ganz und gar kein Klischee ist die Entwicklung, die der Hafen- und Logistikstandort Duisburg in den letzten Jahren genommen hat.

Der weltgrößte Binnenhafen verfügt über eine Gesamtfläche von 1350 ha und ist damit fast so groß wie das Freihafengebiet in Hamburg. An Infrastruktur stehen im Duisburgerhafen 21 Hafenbecken, vier Containerterminals inklusive zwei Bahnterminals für den kombinierten Verkehr, fünf Importkohleterminals, 600.000 m/3 Tankraum für Flüssiggüter, 19 Anlagen für den Flüssiggutumschlag, 125 Krananlagen und zwei Ro/Ro-Anlagen zur Verfügung. Betrieben wird das Ganze von der duisport-Gruppe unter der Leitung der Duisburger Hafen AG. Die Gruppe besteht aus verschiedenen Gesellschaften und versteht sich als Systemanbieter von markt- und kundenorientierten Serviceleistungen rund um die Logistik.
Das Dienstleistungsspektrum ist umfangreich und reicht von der Bereitstellung und Unterhaltung der Infrastruktur über das Anbieten von Umschlag- und Transportdienstleistungen bis hin zur Entwicklung und Realisierung von Logistiklösungen. Damit hat der Duisburger Hafen den Strukturwandel erfolgreich bewältigt.

Dynamisches Wachstum
„Wir wachsen dynamisch, insbesondere das Geschäftsfeld Verkehr und logistische Dienstleistungen. Hier haben wir im Vergleich zum Jahr 2000 eine Verdreifachung des Umsatzes realisieren können”, erläutert Erich Staake, Vorstandssprecher der Duisburger Hafen AG. Was das in der Praxis bedeutet, belegen die die Zahlen des vergangenen Jahres. Hier hat die duisport-Gruppe einen Umsatz von 64,3 Mio. Euro erwirtschaftet, ein Plus von 11 Prozent. Die Pläne für die Zukunft des Hafenstandortes Duisburg sind ehrgeizig. Schon in diesem Jahr will Staake einen Gesamtumsatz von deutlich über 100 Mio. Euro erzielen. Dafür hat sich die Gruppe Anfang diesen Jahres gestärkt aufgestellt.   
Um das Dienstleistungsportfolio abzurunden, wurde zum 1. Januar diesen Jahres die VTS-Gruppe übernommen. Dahinter verbirgt sich einer der großen Anbieter von Spezialverpackungen für den Maschinen- und Anlagenbau. Verpackt wird dabei nicht nur am Standort Duisburg sondern auch in der Rhein-Main-Region, den Benelux-Staaten und den neuen Bundesländern. Zu den Kunden von VTS gehören unter anderem ABB, Siemens, Thyssen-Krupp und Linde. Das Dienstleistungsspektrum der Verpackungsspezialisten geht weit über die Anfertigung von Spezialverpackungen hinaus. Für den Kunden Terex Atlas hat die VTS beispielsweise eine komplette Produktionsanlage in China aufgebaut und für die Logistik nach Anlauf der Produktion gesorgt.

Exzellente Verkehrsanbindung
Ein weiterer wichtiger Baustein in der Strategie der duisport-Gruppe ist das Projekt „logport”. Mit diesem Projekt soll der Wandel vom ehemals klassischen Massenguthafen im Schatten der Hochöfen zu einer der führenden Logistikdrehscheiben Europas vorangetrieben werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bereiche Container- und Stückgutumschlag. Ein wichtiges Pfund, mit dem die Duisburger wuchern, ist die exzellente verkehrliche Anbindung des rund 265 Hektar großen Areals. Die Seehäfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen sind per Binnenschiff ebenso innerhalb eines Tages erreichbar, wie die wirtschaftsstarke Rhein-Main-Neckar-Region. Dazu kommt Duisburgs Lage an einer wichtigen Schnittstelle im europäischen Fernstraßen- und Schienennetz. Last but not least profitiert der Standort auch von der unmittelbaren Nähe zum Düsseldorfer Flughafen und seinem wachsenden Luftfrachtaufkommen. 
Das Projekt logport begann bereits Ende der 90er Jahre. Damals erwarb die Duisburger hafen AG die Fläche des 1993 stillgelegten Stahlwerks Duisburg-Rheinhausen. Das Gelände wurde mit Unterstüzung der EU und des Landes NRW erschlossen und mit großem Erfolg vermarktet. 85 Prozent der Fläche sind bis heute verkauft oder verpachtet worden, über 300.000 Quadratmeter hoch moderne Warehousefächen sind bereits in Betrieb genommen worden. 40 Unternehmen, darunter mehr als die Hälfte Logistikdienstleister und logistikorientierte Unternehmen, konnten für eine Ansiedlung im logport gewonnen werden und errichteten Distributionslager für namhafte Produzenten aus dem Konsumgüter- und Investitionsbereich. Dazu
gehören Global Player der Logistikbranche wie die schweizerische Kühne + Nagel-Gruppe, die britische Wincanton, die japanische NYK Logistics, die niederländische Vos Logistics, die türkische Gökbora, die Rhenus-Gruppe sowie die Automobillogistiker E.H. Harms aus Bremen und Cobelfret aus Belgien.

Dreiklang der Verkehrsträger
Mit den neu angesiedelten Unternehmen hat sich auch das Konzept des Duisburger Hafens gewandelt. Das Binnenschiff liegt längst nicht mehr im Mittelpunkt. Der Anteil des Verkehrsträger Straße am Gesamtumschlag von 49,7 Mio. t im letzten Jahr beträgt mit 24 Mio. t immerhin knapp die Hälfte. Per Schiff wurden im vergangenen Jahr 15,6 Mio. t umgeschlagen. Deutlich wachsend ist der Verkehrsträger Bahn. Das Frachtaufkommen auf der Schiene stieg von 8,9 Mio. t im Jahr 2005 auf 10,1 Mio. t im letzten Jahr.
Die leistungsstarke Infrastruktur, die vor allem im Kernbereich des Duisburger Hafens kontinuierlich ausgebaut wird, ist auch die Grundlage für eine andere Erfolgsgeschichte am Standort Duisburg. Und die heißt Containerumschlag! Der hat sich von 2,9 Mio. t im Jahr 2000 auf 7,8 Mio. t im Jahr 2006 gesteigert. Damit zählt duisport als einziger Binnenhafen zu den 100 größten Containerhäfen der Welt. Das rasante Wachstum in diesem Segment spiegelt sich auch in der Infrastruktur wieder. Die Terminalflächen haben sich seit 2000 mehr als verdoppelt, es sind inzwischen 12 Containerbrücken in Betrieb und die Gleiskilometer im Terminal Bereich sind ebenfalls gewachsen.

Kombinierter Verkehr weiter ausgebaut
Der stark steigende Umschlag im Duisburger Hafen hat auch dem Verkehrsträger Schiene eine dynamisch wachsende Bedeutung gegeben, wie die oben genannten Zahlen belegen. Hier arbeitet die duisport-Gruppe an einem weiteren Ausbau der Relationen im Kombinierten Verkehr. Neben Direktverbindungen nach Zeebrügge und Antwerpen konnte der Duisburg-Wien-Bahnshuttle bis Budapest verlängert und die Frequenz auf fünf Abfahrten pro Woche erhöht werden. Zahlreiche nationale und internationale Bahnoperateure am Standort bauten zudem weitere KV-Relationen von Duisburg nach Rotterdam, Amsterdam, Kopenhagen und Malmö auf. Alles in allem stehen damit in Duisburg 300 Abfahrten pro Woche zur Verfügung. Jede relavante Industrieregion in Europa kann auf der Schiene erreicht werden.
Mehr Relationen erforderen auch mehr Zustellverkehre für das hafeneigene Eisenbahnverkehrsunternehmen duisport rail. Das ebenfalls zur duisport-Gruppe gehörende Unternehmen bietet seinen Kunden lokale und regionale Bahndienstleistungen und hat im letzten Jahr unter anderem neue, lokale Zustellverkehre für die Tanklager von Total und TanQuid sowie für SBB Cargo zum DUSS-Terminal aufgenommen und wesentlich zum kundenorientierten Dienstleistungsmix der duisport-Gruppe beigetragen.
Genau dieser Mix ist es auch, der den anhaltenden Erfolg der Gruppe ausmacht. Dienstleistungen, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren. Und die sind bekanntlich immer anspruchsvoller.        sk

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