DRUCK AUF LOGISTIKER
Ergebnisse der ersten Nachhaltigkeits-Konferenz
Deutsche Industrie- und Handelsunternehmen wollen ihre Logistik-Dienstleister beim Thema Nachhaltigkeit stärker in die Pflicht nehmen. So sollen beispielsweise moderne Motorentechnik und multimodale Transporte Lieferketten umweltfreundlicher machen. Dies ist ein Ergebnis der ersten Nachhaltigkeits-Konferenz. Ins Leben gerufen hat die Veranstaltung der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. mit dem ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (SPC).
Die Auftaktveranstaltung der Kooperationspartner in Bonn stand unter dem Titel „Nachhaltigkeit als strategischer Erfolgsfaktor in der Logistik“. Um zweistellige Einsparpotenziale in der Energie- und CO2-Bilanz realisieren zu können, werden Transportketten durchgängig auf den Prüfstand gestellt.
Neben dem Einsatz umweltfreundlicher Motoren werden multimodale Verkehrskonzepte bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitskonzepten verfolgt. Ein Beispiel hierfür ist die ThyssenKrupp Steel AG, die ihren Modal Split in den vergangenen Jahren fortwährend zugunsten umweltfreundlicher Verkehrsträger erhöht hat. 82 Prozent ihrer Rohstoffe transportiert die Thyssenkrupp Steel AG heute per Schiff, 17 Prozent per Bahn und nur zu einem Prozent per LKW. Dr. Winfried Häser, Vice President Umweltstrategie und -politik der Deutschen Post AG, machte den Finanzmarkt als „starken Treiber“ dieser Entwicklung aus. Der Finanzmarkt wolle die Risiken des Klimawandels bewerten und Entscheidungen zunehmend auch auf Basis messbarer Emissionen treffen. Das Umweltprogramm GoGreen des Konzerns setze genau dort an und biete Kunden damit die Möglichkeit, ihre eigenen Klimaschutzverpflichtungen auch über die Logistik einzulösen.
Internationale Einheit
Gefordert wurde auf der Bonner Konferenz ein internationale einheitliches Verfahren zur Ermittlung von CO2-Emissionen entlang der Transportkette. Der Handlungsdruck, nachhaltige Verkehrslösungen zu entwickeln und zu dokumentieren, steigt. „Der Ruf nach Transparenz in unserer Industrie wird lauter. Und wir werden diesen Ruf auch an unsere Subunternehmer richten,“ sagte Häser.
Dringender Nachholbedarf
Martin Oldeland, Mitglied des B.A.U.M.-Vorstandes, sieht an vielen Stellen dringenden Handlungsbedarf: „Viele kleine und mittlere Logistiker haben beim Thema Nachhaltigkeit Nachholbedarf. Als Teil einer nationalen oder internationalen Transportkette kann dies schnell zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden“. Unterstützung soll der neu gegründete Arbeitskreis „Nachhaltige Mobilität“ liefern, mit dem B.A.U.M. e.V. und SPC die Nachhaltigkeit in der Logistik gezielt voranbringen wollen. „Verkehre auf Schiene und Wasserstraße zu verlagern, sind eine investitionsarme Sofortmaßnahme, um Emissionen zu sparen und die Wettbewerbsfähigkeit im Markt nachhaltig zu steigern“, hob SPC-Geschäftsführer Georg Waischnor hervor.
Weitere Artikel zum Thema SPC
Archiv
Anmeldung
Achtung: Cookies müssen vom Browser beim Login akzeptiert werden.




