18.07.2008

Maersk für Fusion von Hapag-Lloyd und NOL

Wohin geht die Reise? Die Zukunft des Traditionsunternehmens Hapag-Lloyd ist noch unklar

Branche konsolidieren

Eine mögliche Fusion zwischen der Neptune Orient Lines (NOL) und Hapag-Lloyd könnte nach Ansicht der weltgrößten Containerreederei Maersk der Konsolidierung der Branche nützen. Das deutete der Asien-Chef von Maersk, Jesper Praestensgaard, gegenüber dem Hamburger Abendblatt an.

"Ich sorge mich über die Zerstückelung, die es der Branche erschwert, Fortschritte bei der Standardisierung zu erreichen", wird Praestensgaard in der Freitagsausgbe der Zeitung zitiert. Ob auch Maersk Interesse an Hapag habe, ließ er allerdings offen. Maersk-Chef Eivind Kolding hatte ein Gebot zuletzt nicht ausgeschlossen.

Der Reise- und Logistikkonzern TUI will Hapag-Lloyd auf Betreiben von Aktionären hin verkaufen. Ein Gebot der NOL, die mehrheitlich in Besitz des Stadtstaats Singapur ist, gilt als sicher. Der Hamburger Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne will ein Bieterkonsortium organisieren mit dem Ziel, das Traditionsunternehmen in Hamburg zu halten. Zusammensetzung und die finanziellen Mittel eines solchen Konsortiums sind aber ungewiss. Die Stadt Hamburg will sich laut Finanzsenator Freytag mit einem dreistelligen Millionenbetrag beteiligen.

Branchenschätzungen zufolge geht es in der ersten Bieterrunde um eine Summe zwischen drei und fünf Milliarden Euro. Die weltgrößten Reedereikonzerne Maersk (Dänemark), MSC (Schweiz) und CMA CGM (Frankreich) wären finanziell in der Lage, um Hapag-Lloyd mit zu bieten. CMA hat aber ein Interesse  bereits dementiert. Weltmarktführer Maersk wiederum müsste mit kartellrechtlichen Schwierigkeiten rechnen.

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