Niedersächsische Seehäfen spürt angespannte Wirtschaftslage
Rückläufiger Umschlag
Die Wirtschaftskrise hat auch in den niedersächsischen Seehäfen Spuren hinterlassen. An den Standorten wurden im abgelaufenen Jahr insgesamt 62,180 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Das ist ein Rückgang um 4 Prozent.
Eingetrübt wurde die Bilanz vor allem vom Standort Wilhelmshaven. Hier brach der Umschlag um insgesamt rund 2,4 Mio. t ein.
Der Hafen Brake konnte dagegen den Seegüterumschlag insgesamt um 7 % auf 5,741 Mio. t steigern. Dennoch erwartet die Braker Hafenwirtschaft ein schwieriges Jahr 2009, da die Hauptumschlagsgüter Stahl und Zellstoff von der rückläufigen konjunkturellen Entwicklung betroffen sind. Der arbeitsintensive Schnittholzexport in die USA ist bedingt durch die anhaltende US-amerikanische Immobilienkrise deutlich eingebrochen.
Cuxhaven hat das vergangene Jahr mit einem Plus von ebenfalls 7 % bei einem Umschlagsergebnis von 2,066 Millionen Tonnen im Seeverkehr abgeschlossen. Positiv: Cuxhaven etabliert sich dafür weiter als niedersächsischer Standort für Offshore-Windenergie: 2008 erhöhten sich die Umschlagsvolumina in diesem Bereich um 11 % auf 422.971 t.
In Emden ist mit 4,426 Millionen Tonnen im Seeverkehr das hervorragende Gesamtergebnis des Vorjahres noch einmal um 7 % übertroffen worden. Emden festigt damit seine wichtige Position als Standort für die Windenergie-Branche. Erneut konnten mehr als 1 Million Neufahrzeuge via Emden verladen werden, womit der Standort seine Position als drittgrößter europäischer Seehafen für den Fahrzeugumschlag sicherte.
Auf der Verlierseite steht der Hafen Nordenham. Er hat mit einem seewärtigen Umschlagsergebnis von 3,619 Millionen Tonnen um knapp 8 % gegenüber dem Vorjahr verloren.
Wilhelmshaven verweist auf ein Gesamtumschlagsergebnis von 40,309 Millionen Tonnen, dies entspricht einem Rückgang von 6 % im Vergleich zum Vorjahr.
Die drei kommunalen Seehäfen Leer, Oldenburg und Papenburg kamen im Seeverkehr auf folgende Ergebnisse: Leer hat gegenüber dem Vorjahr um 17 % verloren und erreichte ein Umschlagsvolumen von 95.242 Tonnen, Oldenburg schlug im vergangenen Jahr mit 89.930 Tonnen etwa 23 % weniger Güter um als in 2007. In Papenburg musste man in 2008 mit einem Umschlagsvolumen von 438.954 Tonnen ein Minus von 17 % hinnehmen.
Trotz der angespannten Wirtschaftslage konnten einzelne Häfen in Niedersachsen wiederholt Zuwächse beim Umschlagsvolumen im Seeverkehr erzielen. „Wir sind im Großen und Ganzen zufrieden“, kommentierte Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen die vorliegenden Umschlagszahlen. „Die vereinzelt rückläufigen Ergebnisse sind größtenteils auf Sonderfaktoren zurückzuführen. Gezielte Investitionen der Betreiberfirmen in ihre Suprastruktur beweisen, dass wir langfristig von einer stabilen Umschlagsentwicklung nach oben ausgehen können“, so Bullwinkel abschließend.
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