02.10.2008

Standortfaktor Klimaschutz

BMWi-Workshop auf der SMM

Maritimer Umweltschutz kann Schiffbauern und Zulieferern in Deutschland und Europa Marktvorteile durch eine technologische Vorreiterrolle sichern. Das ist das Ergebnis eines Workshops im Rahmen der 23. Internationalen Schiffbaufachmesse SMM.

Sicherlich gehört die Seeschifffahrt heute im Verhältnis zu ihrer hohen Transportleistung zu den klima- und umweltfreundlichsten Transportmitteln. Trotzdem fallen die absoluten Zahlen bei CO2 und Schadstoffen wie Schwefeldioxid, Stickoxiden oder Russpartikeln recht hoch aus. So sieht Dagmar G. Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und Koordinatorin der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft vor allem in der Schiffstechnik ein großes Potenzial, um mit innovativen Lösungen entscheidende Fortschritte im Klima- und Umweltschutz zu erzielen sowie gleichzeitig die Ressourcen zu schonen. Dies betonte sie in ihrer Eröffnungsrede zum Workshop, der unter dem Motto „Umweltschutz und Innovation - Chancen für den Schiffbau" stand.

Gemeinsam mit Bernard Meyer, dem Vizepräsidenten des Europäischen Schiffbauverbands CESA, und Jaakko Eskola, dem Präsidenten des Verbands der europäischen Schiffbau-Zulieferindustrie EMEC, ist sie der Meinung, dass Umweltschutz-Know-how, Innovationen und Qualität als Standortvorteile der europäischen Schiffbaubranche zu werten sind. Die Nachfrage nach energieeffizienten, umweltfreundlichen Techniken werde weiter zunehmen. Hier rechtzeitig die geeigneten Lösungen anzubieten, sei der Schlüssel für künftige Erfolge der Branche.

Umweltstandards im Völkerrecht verankern: Dagmar Wöhrl, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Koordinatorin der Bundesregierung für die Maritime Wirtschaft

Über die technischen Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz, Emissionsreduzierung und weiterer Umweltschutzmaßnahmen an Bord von Schiffen diskutierten unter der Leitung von Lutz Beukert vor den etwas mehr als 200 Teilnehmern auf dem Podium Dr. Herbert Aly, Mitglied des Vorstands von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), Frederico J. Spranger, Vorsitzender des Vorstands der portugiesischen Werften Lisnave Estaleiros Navais S.A., sowie Dr. Stefan Spindler, Mitglied des Vorstands der MAN Diesel SE.

Die Fachleute waren sich einig, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, den maritimen Umweltschutz zu verbessern. Doch das geistige Eigentum deutscher sowie europäischer Schiffbauer und Zulieferer müsse besser geschützt werden, damit die Erfinder auch den wirtschaftlichen Nutzen aus ihren Entwicklungen ziehen könnten.

In ihren abschließenden Schlussfolgerungen betonte Dagmar G. Wöhrl, dass die europäische und deutsche Schiffbau- und Zulieferbranche mit ihrer Ausrichtung auf Spitzentechnologie, ihrer Systemkompetenz und Spezialisierung bestens aufgestellt sei für den globalen Wettbewerb. Allerdings müsse die Politik die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen so gestalten, dass diese Vorteile dauerhaft zum Tragen kommen könnten. Dazu gehören schließlich nach Meinung aller Redner besonders international einheitliche und wettbewerbsneutrale Regelungen sowie die Verankerung höherer Umweltstandards im maritimen Völkerrecht.

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