22.12.2008

Euroforum-Konferenz zur Anbindung der Seehäfen

Informationen aus erster Hand: Zur Euroforum-Konferenz "Seehafen-Hinterlandverkehre" trafen sich zahlreiche Experten der Branche in Köln

Hinterland-Gedanken

Letzte Woche trafen sich in Köln zahlreiche Experten der Logistikbranche, um über die aktuelle Situation und die Zukunft der Hinterlandverkehre europäischer Seehäfen zu diskutieren. Das Fazit: Leistungsfähiger Containertransport weltweit braucht leistungsfähige Landverkehre.

Wenn es um den Transport von Containern im Binnenland geht, geben die großen Containerschiffe schon heute die Schlagzahl vor. Und dieser Umstand wird sich, da waren sich die Experten in der Domstadt einig, künftig noch stärker auf die vorhandenen Logistikketten auswirken. Denn nicht allein der Seetransport und der Hafenumschlag bestimmt die Laufzeiten der Stahlboxen, sondern auch das Handling der Behälter bis zur Zustellung beim Kunden. Angesichts der trimodalen Verkehrsanbindung des Binnenlandes wurden denn in Köln eine Vielzahl von Verbesserungen diskutiert, die zu einem rationelleren Transport der Container führen sollen.

Alle Beteiligten einigt der Wunsch, das Handling der Container auf Binnenseite deutlich zu verbessern, schließlich besagen Erhebungen, dass 80 Prozent der Transportkosten an Land anfallen - genügend Potential also, die Abläufe wirtschaftlicher zu gestallten. Das Zauberwort in heißt intelligente Containersteuerung. Sei es nun die schnellere Handhabung im Terminal, beim Zoll oder der bedarfsgerechten Zustellung beim Kunden und die zeitgenaue Anlieferung an der Kaimauer für den Rücktransport.

Deutliches Ausbaupotential vorhanden: Gerade die Binnengewässer und ihre Hafenanlagen besitzen noch wertvolle Flächen für weiteres Wachstum

Welch hohe Bedeutung der Verkehrsträger Schiene inzwischen hat, zeigten die Bespiele Hamburg und die südwestdeutschen Binnenhäfen. So schilderte Thomas Schütz, der seit 2007 die Terminalentwicklung am Burchardkai der HHLA leitet, die Herausforderungen, denen sich das Terminal während der Umbaumaßnahmen insbesondere bei der Anlage eines neuen Ladebahnhofs für Container gegenüber sah. Das Ergebnis: Acht Gleise direkt auf dem Terminal, die ohne Teilung für Ganzzüge geeignet sind.

Ein weiteres Bespiel für die notwendige Schieneninfrastruktur gerade vor dem Hintergrund eines trimodalen Umschlags präsentierte mit einer ordentlichen Portion Selbstkritik Franz Josef Reindl, Geschäftsführer der Hafenbetriebe Ludwigshafen am Rhein GmbH, der die vernachlässigten Bemühungen im genannten Bereich insbesondere der Binnenhäfen im Südwesten Deutschlands in den letzten Jahrzehnten aufzeigte.

Wie wichtig und notwendig gerade ein leistungsfähiges Hinterland für den globalen Handel von Waren ist, zeigt einmal mehr die Tatsache, dass bei aktuell acht vorhandenen Containerriesen mit einer Ladekapazität um die 12.000 TEU in den Auftragsbüchern der Werften noch über 100 Neubauten (!) zu finden sind. Läuft ein derart großes Schiff einen Hafen an, bedeutet das gleichzeitig auch ein entsprechend hohes Umschlagsvolumen für das Terminal - und damit letztendlich auch für die sich dahinter befindliche Hinterlandstruktur.

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