07.09.2010

Niedersächsischer Hafentag versammelt Branche in Emden

Foto: Seaports of Niedersachsen

Ein Land im gemeinsamen Hafendialog

Knapp 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Medien haben sich am 3. September 2010 in der Nordseehalle in Emden eingefunden. Bereits zum 20. Mal bot der Niedersächsische Hafentag damit die Möglichkeit zum gemeinsamen Dialog. Zu den Gästen zählten dabei auch Minister Jörg Bode und Thomas Zernechel als Leiter der Volkswagen Konzernlogistik.


Die Seaports of Niedersachsen GmbH hatte die Vertreter rund um die Hafenwirtschaft eingeladen und Geschäftsführer Andreas Bullwinkel eröffnete den diesjährigen Hafentag. Er betonte, dass die Betriebe in fast allen niedersächsischen Seehafenstandorten nach dem schwierigen Jahr 2009 im laufenden Jahr 2010 die Umschlagsergebnisse wieder deutlich verbessert hätten. Beispielhaft nannte Bullwinkel dabei den Automobil-, den Forstprodukten- sowie den Windenergieumschlag. Letzterer spielt in den Häfen eine immer größere Rolle. "Die Umschlagbetriebe in den niedersächsischen Seehäfen sind die Logistikspezialisten für die On- und Offshore-Windenergieindustrie", so Bullwinkel. Erfreuliche Zahlen konnte Bullwinkel hinsichtlich der Investitionen in die Suprastruktur der niedersächsischen Seehäfen vermelden: Für die Jahre 2009, 2010 und 2011 werden die Logistik- und Betreibergesellschaften insgesamt über 382 Millionen Euro für Umschlagsequipment und Lagereinrichtungen aufwenden.

Gastgeber Hafenstandort Emden

„Das Herz Emdens bleibt der Hafen“, sagte Oberbürgermeister Alwin Brinkmann, der sich erfreut zeigte, Gastgeber für die 20. Auflage des Niedersächsischen Hafentags zu sein. Zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit müsse unter anderem die Emspier weiter ausgebaut werden. In den geplanten Ausbaumaßnahmen der Ems lägen große Chancen, so Brinkmann weiter. Die Emsvertiefung sei in diesem Kontext notwendig. "Die globalen langfristigen Prognosen gehen von einem weiteren Wachstum aus. Für die Hafenstandorte heißt dies grundsätzlich, geplante Ausbauvorhaben weiter voranzutreiben. Gerade vor diesem Hintergrund ist die Weiterentwicklung des Rysumer Nackens für Emden und die gesamte Region eine notwendige und zukunftsweisende Angelegenheit, die Arbeitsplätze schafft und sichert", erklärte Brinkmann.

Gezielte Ausbau-Investitionen

Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Jörg Bode, sprach sich klar dafür aus, die Wirtschaft in Niedersachsen mit gezielten Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur sowie die Hinterlandanbindungen zu unterstützen. Darüber hinaus will er die Internationalität der mittelständischen Unternehmen stärken und sie aktiv bei der Erschließung von Auslandsmärkten unterstützen. Bode lobte die positive Entwicklung in den niedersächsischen Seehäfen. "Die multifunktionale Ausrichtung der niedersächsischen Seehäfen sichert die Unabhängigkeit bei konjunkturellen Problemen einzelner Branchen", erklärte der Minister. Die maritime Wirtschaft sei eine wichtige Zukunftsbranche für Niedersachsen und Ziel der Landesregierung eine Stärkung seiner Häfen. Dabei sprach Bode auch Ausbauprojekte des gastgebenden Standorts an. Beim Thema Wasserstraßenanpassung forderte Bode mit Hinblick auf die Ausbauaktivitäten des Hafens Eemshaven ein neutrales Verkehrsmanagementsystem auf der Ems. Auch die Notwendigkeit zur Vertiefung der Unterweser sprach der Minister an.

Der Hafen aus Kundensicht

Auch die Sicht des Kunden sollte beim Niedersächsischen Hafentag nicht zu kurz kommen. Als Vertreter eines der wichtigsten Kunden in Emden referierte Thomas Zernechel, der Leiter der Volkswagen-Konzernlogistik über Emden als automobile Drehscheibe für Volkswagen. Der Hafenstandort ist inzwischen zentraler Logistikhub für den Im- und Export von Neufahrzeugen, wobei Übersee- und Europaverkehre vereint werden. Die Volkswagen Logistics und Autoport sind zusammen mit den Emder Firmen Anker Schifffahrt und Emder Verkehrs und Automotive Gesellschaft die Partner im Automobilumschlag in Emden. Rund 750 Schiffe, 50.000 Waggons und 25.000 Lkw kommen jährlich an die Emsmündung um Autos verschiedenster Marken anzuliefern und abzuholen. So durchlaufen täglich rund 5.000 Fahrzeuge den Hafen. Für den Wolfsburger Automobilkonzern sieht Zernechel die Chance zur Entwicklung weiterer Verkehre über den Standort Emden in den nächsten Jahren.
 






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