Tor zu Europa
Hafen Antwerpen etabliert sich als Nr. 2 in Europa
Antwerpen ist nach Rotterdam der zweitgrößte Hafen Europas. Jährlich werden an der Scheldemündung mehr als 150 Mio. t Güter umgeschlagen. Der Hafen wurde im vergangenen Jahr von rund 15.000 Seeschiffen und mehr als 65.000 Binnenschiffen angelaufen. Bei den Hinterlandverkehren dominiert das Binnenschiff. Aber auch Bahn und Lkw spielen eine zentrale Rolle. Täglich werden etwa 250 Güterzüge und mehrere tausend Lkw abgefertigt.
Ein bedeutsamer „Verkehrsträger” für flüssige Produkte ist außerdem ein weitläufiges Pipeline-Netz.
Wichtigstes Umschlaggut ist auch in Antwerpen der Container. Antwerpen ist der elftgrößte Containerhafen der Welt. Erst vor zwei Jahren wurde ein neues Hafenbecken, das Deurganckdock, in Betrieb genommen. Dort werden inzwischen 1/6 des gesamten Containerumschlags in Antwerpen abgewickelt. Der neue Hafen eignet sich auch für die ganz großen Containergiganten. So machte im September erstmals die „Cosco Asia” mit einer Ladekapazität von 10.061 TEU im Deurganckdock fest.
Auch wenn Container das Umschlaggeschehen in Antwerpen dominieren, konzentriert sich der Hafen mit gleicher Aufmerksamkeit auf andere weitere Umschlagsegmente. So gehört der Umschlag von Stückgüte wie Eisen, Stahl, Früchte, Forstprodukte, Pkw oder Nahrungsmittel zu den traditionellen Stärken des Schledehafens. So ist Antwerpen mit 10 Mio. t jährlich der größte Stahlumschlaghafen der Welt.
Während hierzulande Häfen und Bahn an einem Masterplan für den schienengeführten Hinterlandverkehr tüfteln, setzen die Belgier vor allem auf das Binnenschiff. Gegenwärtig wird an einem Masterplan für die Binnenschifffahrt gearbeitet. Ziel dieses Projektes ist ein weiterer Ausbau der Binnenschifffahrt. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 85 Mio. t Fracht mit Binnenschiffen von und nach Antwerpen transportiert. Experten rechnen damit, das bis 2018 mehr als 115 mio. t auf Flüssen in den Hafen an der Schelde transportiert werden. Damit würde der Anteil der mit Binnenschiffen abgewickelten Hinterlandverkehre von 33 auf 43 Prozent wachsen.
Um einen reibungslosen Verkehr zu gewährleisten sind zahlreiche Maßnahmen notwendig. So müssen Teile der belgischen Binnenwasserstraßen an die steigenden Anforderungen angepasst werden. Konkret wird an einer Modernisierung des Albertkanals Antwerpen-Lüttich sowie an einer Optimierung der Hafeninfrastruktur gearbeitet.
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