Logistikdrehscheibe an der Donau
Hafen Regensburg setzt auf trimodale Ausrichtung
Mit der Wirtschaft ist auch die Bedeutung des Hafens Regensburg gewachsen. Bewirtschaftet wird der Hafen von der bayernhafen-Gruppe, zu der die sechs Häfen in Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Passau und Regensburg gehören. Regensburg ist innerhalb der Gruppe der Standort mit der größten Umschlagkapazität. Das Hafengelände dehnt sich auf einer Fläche von rund 162 ha aus, davon sind 84 ha Ansiedlungsflächen.
Zu den besonderen Merkmalen des Hafens gehört seine Flexibilität wie die Hafeninfrastruktur zeigt. Insgesamt stehen im Hafen Regensburg 14 Krane bis maximal 100 t zur Verfügung. Dazu kommen ein Containerterminal, ein Schwergutumschlagplatz, eine RoRo-Anlage, einer Terminal für eine Rollende Landstraße sowie 4 Mineralölpumpanlagen. Selbst eine eigene Hafenbahn fehlt nicht. Die umfasst ein Gleisnetz von immerhin 35 Kilometern.
Ein besonderer Einschnitt war für den Hafen Regensburg die Fertigstellung des Main-Donau-Kanals im Jahre 1992. Mit dem Kanal war eine direkt Anbindung nach Westeuropa und zu Nordsee-Häfen wie Rotterdam und Antwerpen möglich. Der Transportmarkt richtete sich aufgrund dieser Möglichkeiten völlig neu aus, wie auch der Anteil niederländischer Schiffe im Regensburger Hafen zeigt. Bereits jedes 5. Schiff, das hier abgefertigt wird, fährt unter niederländischer Flagge. Heute werden rund 45 % des Gesamtaufkommens über die Kanalverbindung abgewickelt, Tendenz steigend.
Der Hafen versteht sich vielmehr als Logistikdrehscheibe, in der die Verkehrsträger Wasser, Schiene und Straße gleichberechtigt nebeneinander stehen. Das Schiff hat einen Anteil von gut 35 Prozent, die Bahn von 16 Prozent und der Lkw von knapp 49 Prozent. Die Dominanz des Lkw erklärt sich aus der Verteilerfunktion, die der Hafen für die Region hat. Diese konsequent
trimodale Ausrichtung hat wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg der letzten Jahre beigetragen.
Besonders stark gewachsen ist in den letzten Jahren der Güteranteil auf der Schiene. Regensburg ist Anlaufpunkt zahlreicher Zugverbindungen in die und von den deutschen Seehäfen. Pro Woche verkehren unter anderem drei bis vier Ganzzüge der Containerreederei Maersk-Line Deutschland zwischen Regensburg und Bremerhaven. Nach Hamburg besteht fünf Mal pro Woche eine Verbindung. Ein Teilzug des privaten Containerganzzugsystems boxXpress.de, der Hamburg im Nachtsprung mit den Wirtschaftsregionen Süddeutschlands verbindet, bedient nun von Nürnberg aus auch Regensburg.
Neben dem Containerverkehr von bzw. nach Hamburg und Bremerhaven setzt die bayernhafen Gruppe in Regensburg verstärkt auf die Rollende Landstraße (RoLa). In diesem Jahr nahm die neue Zugverbindung von und nach Trento ihren Betrieb auf. Bis zu 19 Lkw mit einem Höchstgewicht von
jeweils 42 Tonnen haben darauf Platz. Bereits seit Ende 2005 verkehrt die RoLa zwischen Regensburg und Graz und entlastet die stark befahrenen Alpentransit-Strecken vom Lkw-Verkehr.
Neben der Investition in technische Ausrüstungen wurden Schritt für Schritt auch Grunderwerbe zur Erweiterung des Hafengeländes getätigt. In den Jahren 1992 bis 2003 wurde das Betriebsgelände des Hafens um knapp 300.000 m² erweitert.
Rund 90 Firmen mit insgesamt rund 2000 Mitarbeitern sind inzwischen im Regensburger Hafengebiet ansässig. Viele der Unternehmen sind spezialisiert auf Dienstleistungen im Logistikbereich.
Wie begehrt der Standort Hafen Regensburg ist, zeigt die Errichtung einer neuen Biodieselanlage der DBE Deutsche Bioenergie AG, die im September die Produktion aufgenommen hat. Rund 18 Millionen Euro investierte der Betreiber in die Anlage. Neben der Produktionshalle und mehreren Tanks entstand auch ein Bürogebäude mit Labor sowie eine Tankfarm.
Die Biodieselfabrik wird, wenn sie erst auf Vollast gefahren wird, jeden Tag etwa 220.000 Liter Biodiesel aus Rapsöl und gebrauchten Speisefetten herstellen, insgesamt 66.000 Tonnen im Jahr.
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