23.11.2007

Transportachse nach Südost-Europa

Auf der schönen blauen Donau: Der zweitgrößte europäische Strom hat als Wasserstraße eine enorme Bedeutung

Durch die EU-Erweiterung erlebt die Donau eine Renaissance

Die Donau ist mehr als nur ein großer Strom. Auch als Wasserstraße hat sie eine enorme Bedeutung: Schiffbar ist sie auf 2411 Kilometern Länge: von Kelheim kurz vor Regensburg, wo der Rhein-Main-Donau-Kanal in die Donau mündet, bis zum Schwarzen Meer. Seit der Eröffnung des Main-Donau Kanals (171 km) im Jahre 1992 verbindet die Rhein-Main-Donau Wasserstraße 14 europäische Staaten auf dem Wasserweg. Die Gesamtlänge zwischen der Mündung der Donau ins Schwarze Meer und der Rheinmündung in die Nordsee beträgt ca. 3500 km.

Bisher dominieren RoRo-Verkehre das Transportgeschehen auf der Donau. Die wichtigsten Gütergruppen sind Sattelzüge, Pkw, Baumaschinen und Landmaschinen. Seit 2004 besteht ein Liniendienst zwischen Nürnberg und Ruse (Bulgarien), der von zwei Schiffen bedient wird (Gebrüder Väth Reederei und Hafenbetriebe KG, Würzburg). Angeboten werden wöchentliche Abfahrten mit Aufenthalten in Kelheim, Straubing, Linz, Belgrad, Turnu Severin, Giurgiu und Ruse.

Ein zweiter Liniendienst ist zwischen Passau und Vidin (ebenfalls Bulgarien) in Betrieb (Internationale Spedition Willi Betz, Reutlingen). Auf dieser RoRo-Linie können pro Abfahrt 50 Sattelauflieger verladen werden. Aufenthalte in den Häfen können je nach Ladungs-Aufkommen vereinbart werden, Abfahrten erfolgen teilweise mehrmals wöchentlich.

Container-Liniendienste fehlen bislang auf der Donau. Das soll sich ändern. Vor allem in Österreich wird die Aufnahme eines solchen Liniendienstes zwischen der Alpenrepublik und dem Schwarzen Meer. Dadurch könnte das aktuell auf dem Fluss transportierte Güteraufkommen bis zum Jahr 2015 zu verdoppelt werden. Aus dem 470 Millionen Euro umfassenden Investitionsvolumen des österreichischen „Nationalen Aktionsplans Donauschifffahrt“ wird bis 2015 neben dem modernen Verkehrstelematiksystem DoRIS (Donau River Information System) auch die Modernisierung der Donauflotte und der Ausbau der Donauhäfen finanziert.

Gute Zukunftschancen für die Donauschifffahrt rechnen sich ihre Befürworter insbesondere aus zwei Gründen aus: erstens wegen der bereits hohen Auslastung der Nordseehäfen, und zweitens vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung, da  das damit steigende Transportaufkommen zu Kapazitätsengpässen auf Straße und Schiene führen könne.

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