Lüttich legt nach
Europas Nummer drei setzt weiter auf Intermodalität
Die Port Autonome de Liège (dt.: unabhängiger Hafen von Lüttich) eine im Jahr 1937 gegründete öffentliche Einrichtung, verwaltet 31 Häfen entlang der Maas und dem Albertkanal mit einer Gesamtfläche von 366 ha. Lüttich selbst ist ein intermodales Transportzentrum, inmitten eines der dichtesten Straßen-, Bahn- und Flussnetze Europas. Der Hafen von Lüttich, zugleich der erste belgische Binnenhafen, ist über das belgische Kanalnetz sowohl mit den Seehäfen Antwerpen und Rotterdam als auch mit dem gesamten europäischen Flussnetz verbunden. Der Hafen ist in seiner Ausstatung für das Laden und Löschen aller Güterarten ausgelegt: Massengüter, chemische Produkte, Stahl- und Erdölprodukte, Getreide, Stückgut und Container. Dazu gehört unter anderem auch ein überdachtes Becken von rund einem ha Größe.
Zu seiner Infrastruktur gehört außerdem das Container-Terminal von Renory flussaufwärts von Lüttich. Mit einer Fläche von 2,5 ha bietet es alle Logistik-Dienstleistungen rund um Handling, Lagerung, Reparatur, Reinigung, Begasung und Behandlung von Containern. Dieses trimodale Terminal ist sechs Mal pro Woche durch einen Flusspendelverkehr mit einer Transportkapazität von je 54 TEU mit dem Hafen von Antwerpen verbunden.
Lüttich ist zugänglich für See- und Flussschiffe bis zu 2.500 t und für Schubverbände mit zwei Leichtern (4.500 t). Er wird durch regelmäßige Short Sea Shipping Linien bedient, unter anderem in Richtung England.
Mit einem Jahresumschlag von über 21 Mio. t ist Lüttich der drittgrößte Binnenhafen Europas nach Duisburg und Paris. Seine Entwicklung ist daher durch stetige Erweiterung im Rahmen verschiedenster Projekte geprägt. So hat die Region Wallonien der Hafengesellschaft ein 100 ha großes Grundstück entlang des Albertkanals, in Hermalle-sous-Argenteau zugeteilt.
Anfang des Jahres 2006 haben die Häfen von Lüttich und Antwerpen beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und die Unterzeichnung eines Abkommens zur Gründung einer wirtschaftlichen Interessenvereinigung (GIE) angekündigt. Ihr Ziel ist es, die zukünftige multimodale Plattform mit Namen „Liège Trilogiport“ zu fördern. Der Name ist vieldeutig, denn der Liège Trilogiport bietet drei nicht nur die drei Verkehrsträger Wasser, Schiene und Straße sondern auch drei Meereszugänge (Antwerpen, Rotterdam und Dünkirchen) und drei grenzüberschreitende europäische Märkte (Frankreich, Niederlande, Deutschland).
Die trimodale Plattform des Liège Trilogiport, die gänzlich der Logistik gewidmet und mit einem Kai von einer Länge von 1.850 m am Albertkanal und einem zusätzlichen Hafenbecken von 350 m ausgerüstet ist, wird ebenfalls mit einem Container-Terminal von rund 15 ha Größe ausgerüstet werden. Angepasster Umschlagtechnik soll den Transfer von Containern zum Lagerplatz oder zum jeweiligen Verkehrsträger gewährleisten.
Der Container-Terminal ist von Parzellen umgeben, die von dort ansässigen Unternehmen reserviert sind. Die Baukosten für das Projekt Liège Trilogiport belaufen sich neueren Schätzungen zufolge auf rund 29 Mio.Euro. Mit dem Projekt verknüpft Lüttich die Hoffnung, den Flussverkehr weiter zu stärken, nicht zuletzt, um die wirtschaftliche Entwicklung der wirtschaftlich stark geforderten Region Wallonien nachhaltig zu sichern. Als «Logistik-Pol» ist Liège Trilogiport eine der ersten Lütticher Maßnahmen in Sachen wirtschaftlicher Aufwertung.
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