15.05.2008

Alles bleibt am Fluss

Top Ten Platzierung: Mit knapp 113.000 TEU Umschlag rangiert der heutige Mainzer Containerhafen bereits unter den ersten zehn Binnenhäfen Deutschlands

Mainzer Hafen zieht an neuen Standort

Als die Pioniere in der Geschichte des Mainzer Hafens können durchaus die alten Römer gelten. Bereits um die Zeitenwende legten sie im Bereich der heutigen Altstadt einen Hafen für ihre Kriegsflotte an und bauten am Dimesser Ort einen Handelshafen. Neuere Hafenanlagen entstanden vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit dem Ausbau des Rheins zur europäischen Wasserstraße und im Zuge der damaligen Entwicklung der Eisenbahn im Güterverkehr.
Das Gebiet des Mainzer Hafens umfasst heute eine Fläche von rund 30 ha. Die Containerumschlagsfläche beträgt 50.000 m2. Besitzer und Betreiber des Hafens sind seit 1949 die Stadtwerke Mainz. Im Jahr 2006 wurden insgesamt 1,4 Mio. t im Mainzer Hafen umgeschlagen und die Ladung von 1.381 Schiffen gelöscht. Beim Containerumschlag rangiert Mainz mit 112.964 TEU pro Jahr derzeit unter den „Top Ten“ der deutschen Binnenhäfen.

Eine Standort-Untersuchung für ein Güterverkehrszentrum kam 1993 zu dem Schluss, dass eine Verlegung des Hafenbetriebs notwendig sei. Zudem verlange die heutige Entwicklung des Welthandels und insbesondere der Logistik abgestimmte Hafenkonzepte. Wie vor 150 Jahren die Eisenbahn, ist heute also der Container Taktgeber für die künftige Entwicklung.

Im Jahr 2003 fiel der Startschuss für die Um- und Neugestaltung der Mainzer Häfen – zum einen des bestehenden Zollhafens und zum anderen des neu zu errichtenden Güterverkehrszentrums. Dazu wurde von den städtischen Gremien ein Masterplan verabschiedet. Ziel war die Schaffung eines ausreichenden Flächenpotenzials für das neue Container-Terminal, dessen Areal langfristig Erweiterungsoptionen besitzt.

Die Ingelheimer Aue nördlich der Kaiserbrücke bietet geeignete Voraussetzungen durch bereits frei geräumte, brachliegende und wenig genutzte Grundstücke. Auf einer Länge von ca. 700 m an der Uferzone wird eine neue Rheinreede entstehen. Diese ist durch die parallel verlaufende Hafenbahn hervorragend für eine neue Kaianlage geeignet und bietet somit optimale Voraussetzungen für eine trimodalen Umschlagsanlage für kombinierten Ladungsverkehr.
Baubeginn für das neue GVZ soll noch im diesem Frühjar sein, die Inbetriebnahme ist für 2010 geplant.

Zukunftsvision in Umsetzung: 2010 soll das neue trimodale Containerterminal auf der Ingelheimer Aue in Betrieb gehen

In der ersten Ausbauphase verfügt das neue Terminal über eine Umschlagsfläche von rund 23.000 m2 und eine Kailänge von 600 m. Insgesamt soll er rund 60 Prozent größer sein als das jetzige rund 50.000 m2 große Containerterminal im Zollhafen. Für den Umschlag sind vier wasserseitige und eine landseitige Kranbrücke vorgesehen.

Mit einer Umschlagskapazität von rund 160.000 TEU will Mainz einen Platz unter den fünf größten Binnenhäfen Deutschlands einnehmen. Investor und Betreiber wird die Frankenbach Container Terminals GmbH (FCT). Die Stadtwerke Mainz AG vermietet die für den Bau und Betrieb des Güterverkehrszentrums erforderlichen Grundstücke an Frankenbach. Die Verantwortung für den Hafenbetrieb und das Flächenmanagement bleiben weiter in der Hand der Stadtwerke.

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