05.06.2008

Dicht geknüpftes Netz

Just in Time: Die RoRo-Fähren auf der Ostsee verkehren nach Fahrplan

RoRo-Verbindungen: Viele Wege führen über die Ostsee

Der Warenaustausch zwischen Deutschland und Skandinavien boomt! Der kürzeste Weg nach Finnland, Norwegen oder Schweden führt über die Ostsee. Kein Wunder also, dass der Großteil der Transporte per Schiff durchgeführt wird. Die Besonderheit dabei: Aufgrund der vergleichsweise kurzen Überfahrten die nur zwischen wenigen Stunden und anderthalb Tagen dauern, lohnt ein Umladen vom Lkw auf das Schiff und von dort wieder auf den Lkw, nicht. Die Lösung dieses Problems sind die so genanten RoRo-Fähren, die zwischen allen bedeutenden Ostseehäfen verkehren. Komplette Lastzüge oder Trailer ohne Sattelzugmaschine werden einfach aufs Schiff gefahren, dort verlascht und das Schiff kann auslaufen.

RoRo für die Bahn: Besonders Sassnitz bietet sich auch für Trajektverkehre an

Grundsätzlich unterschieden wird zwischen reinen RoRo-Verbindungen, die dem Gütertransport vorbehalten sind und „normalen“ Fährverbindungen, mit der Möglichkeit, auch Komplettzüge im Schiffsbauch unterzubringen.
Wichtigster RoRo-Hafen in Deutschland ist Lübeck Travemünde. Täglich bis zu 36 Abfahrten zu allen wichtigen Ostseehäfen machen sich von hier aus auf den Weg über die Ostsee. Regelmäßige RoRo-Verbindungen zu allen Ostseeanrainern gibt es aber auch von Kiel, Rostock und Sassnitz aus.

Gefragt sind gerade die schnellen Verbindungen nach Südschweden oder ins schwedische  Wirtschaftszentrum Göteborg. Auf der Relation Travemünde-Göteborg ist die Reederei Stena Lines gleich mit zwei RoRo-Schiffen, der M/S „Stena Freighter“ und der M/S „Stena Carrier“  und täglichen Abfahrten in beide Richtungen unterwegs. Wie kundenorientiert die meisten Reedereien ihre Abfahrten inzwischen gestalten, zeigt sich ebenfalls auf dieser Relation. Sowohl in Göteborg als auch in Travemünde wird jeweils zwischen 19 und 20 Uhr abgelegt, lediglich am Sonntag heißt es bereits um 15 Uhr „Leinen los“.  

Zwischen Deutschland und Schweden bietet Stena Lines weitere  Verbindungen. Neben der bereits erwähnten RoRo-Verbindung zwischen Göteborg und Travemünde werden auch zwischen Kiel und Göteborg über Nacht Lkw transportiert. Weniger interessant für deutschen Transportunternehmer ist die Relation Frederikhavn im Norden Dänemarks, und Göteborg.

Vernetztes Meer: Über die Ostsee führen zahlreiche Fährverbindungen

Die Verbindungen zwischen Deutschland und Dänemark werde vor allem von den Scandlines bedient. Hier sind es vor allem die sehr kurzen Übersetzzeiten im Zuge der so genannten Vogelfluglinie, die diese Verbindung interessant machen. Wer etwa von Norddeutschland in die Wirtschaftsregion Malmö/Kopenhagen will, wird sich in aller Regel für diese Verbindung entscheiden. Hier stehen gleich drei Varianten zur Verfügung: Kürzeste Verbindung von Deutschland nach Dänemark ist die Route Puttgarde/Rodby. Daneben werden Gedser/Travemünde und Gedser Rostock von der Scandlines bedient.

Zu den wichtigsten Reedereien auf der zentralen Ostsee gehört die Finnlines. Die Reederei ist mit ihren Töchtern zwischen fast allen Ostseeanrainerstaaten unterwegs. Auch von und nach Deutschland werden verschiede Routen bedient. So werden von Lübeck/Travemünde aus die finnischen Häfen Helsinki, Kotka, Turku und Rauma angesteuert. Daneben bieten die Finnlines viermal pro Woche eine Verbindung nach St. Petersburg an. 

Die Reedereien Transfenica und DFDS LISCO verbinden Deutschland und das Baltikum auf dem RoRo-Wege. Angefahren werden der estnische Hafen Paldiski und der lettische Hafen Riga. 

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