13.11.2008

Deutsche Seehäfen nicht in Krisenstimmung

Keine Angst vor der Krise: Auch in Erwartung geringerer Wachstumsraten sehen die deutschen Seehafenbetreiber noch keinen Grund zur Panik

Aktiv gegen Abschwung

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) rechnet wegen der Finanzmarktkrise im nächsten Jahr mit einer geringeren Wachstumsrate im Seegüterumschlag. Dies bedeutet jedoch nicht, dass langfristig der Wachstumspfad beeinträchtigt wird. 

In diesem Jahr werden die deutschen Seehäfen mit einem Zuwachs um voraussichtlich drei Prozent auf rund 322 Mio. t ein neues Rekordergebnis erzielen. Der ZDS erwartet deshalb lediglich eine "Wachstumsdelle", aber keinen dauerhaften Trend nach unten.

Allerdings ist der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur weiter dringend erforderlich. Investitionen in den Ausbau der Seehafenanbindungen sollten nach Möglichkeit vorgezogen werden, um der allgemeinen Konjunkturschwäche entgegenzuwirken. Der ZDS begrüßt, dass im Masterplan Güterverkehr und Logistik der Bundesregierung dem Ausbau der Hinterlandanbindungen Vorrang eingeräumt wird. Allerdings sind die Seehafenanbindungen weiterhin unterfinanziert und zusätzliche Mittel nötig, damit die Engpässe nicht zur Wachstumsbremse werden.

 Hinterland geht vor: Ein verzögerter oder ungenügender Ausbau der Seehafenhinterlandverbindungen könnte sich als Wachstumsbremse für die Häfen erweisen

Mit der dieses Jahr in Kraft getretenen Ermäßigung der Mineralölsteuer beim deutschen Seehafenumschlag von bisher 47 Cent/l auf  6,1 Cent/l wurden alte Wettbewerbsnachteile der  gegenüber den niederländischen und belgischen Seehäfen nahezu beseitigt. Außerdem hat der ZDS den erteilten Planungsauftrag zum Vollausbau des Nord-Ostsee-Kanals sowie die aufgenommenen Planungen für die Vertiefung der Außenems begrüßt. Hinsichtlich der  Fahrrinnenanpassung von Elbe und Weser erwartet der ZDS, dass diese 2009 begonnen werden.

In der von der EU-Kommission vorgelegten Mitteilung über eine europäische Hafenpolitik wurde auf neue Gesetzesinitiativen weitgehend verzichtet. Der ZDS begrüßt diesen Ansatz. Von den vorgesehenen Beihilfeleitlinien für Seehäfen erwartet der ZDS, dass die herkömmlichen Verantwortlichkeiten von öffentlicher Hand und Hafenunternehmen bei der Finanzierung von Hafeninfrastruktur und -suprastruktur klargestellt werden.

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