23.07.2007

Im RoRo-Takt über die Ostsee

Rund um die Uhr: Auch in Rostock stellt man sich auf kürzere Taktzeiten ein

Fährreedereien sorgen für zusätzliche Verbindungen

Der Ostseeraum boomt und das bereits seit Jahren! Die Aufnahme Polens und der baltischen Staaten in die Europäische Union haben der Region zusätzlichen wirtschaftlichen Schub gegeben. Zu den Schlüsselbranchen der Ostseeanrainer gehört die Logistikbranche, ohne die kein Warenaustausch stattfinden könnte. Welche Bedeutung Transport und Logistik in dieser Region haben, zeigt sich auf dem Wasser. Die Ostsee ist nicht nur Namensgeber für die Region, die Ostsee ist auch wichtigster Verkehrsträger. Wie gut erschlossen die Region für den Schiffsverkehr ist zeigen die knapp 80 Seehäfen.

Die kurzen Seewege auf der Ostsee machen den RoRo-Verkehr wirtschaftlich.

Wachendes Verkehrsaufkommen
Anders als auf anderen Meeren dominiert auf der Ostsee jedoch nicht der Container das Verkehrsgeschehen, sondern der Lkw. Die vergleichsweise kurzen Seewege erlauben ein wirtschaftliches Verschiffen von kompletten Lastzügen bzw. von Trailern. Um die über die Ostsee zu bringen, sind zahlreiche spezielle RoRo-Fähren im Einsatz, die die wichtigsten Häfen miteinander vernetzen.

Aber auch die klassische Fähre spielt für den Güterverkehr zwischen den Ostseeanrainerstaaten nach wie vor eine zentrale Rolle. Das zeigt ein Blick auf die Umschlagszahlen des Travemünder Skandinavienkai. Der Fährhafen ist mit mehr als 85 Abfahrten pro Woche eine der wichtigsten Drehscheiben im Ostseeverkehr. Im RoRo-Verkehr wurden im vergangenen Jahr 700.000 Lkw und Sattelauflieger umgeschlagen. 
Aus deutscher Sicht sind insbesondere die Relationen von und nach Schweden sowie nach Finnland und ins Baltikum von stärker werdendem Interesse.

Reedereien setzen Schwerpunkte
Für die schwedische Reederei Stena Line sind zwischen Travemünde und Göteborg spezielle RoRo-Fähren mit täglichen Abfahrten im Einsatz. Eine Frachtfähre der Stena Line ist auch zwischen dem polnischen Gdynia und Karlskrona unterwegs. Heute bietet die Stena Line mit insgesamt 33 Schiffen auf 16 verschiedenen Fährverbindungen in Nord- und Nordwesteuropa ein flächendeckendes Service-Netz an. Dazu gehören u.a. auch die Routen zwischen den Niederlanden und Großbritannien, Irland und Großbritannien sowie in der Ostsee zwischen Norwegen, Dänemark, Schweden, Polen und Deutschland. Bis heute wurden mehr als 17 Millionen Passagiere befördert. Auch der Frachtbereich wird weiter ausgebaut. Jedes Jahr werden auf den Fähren mehr als 1,66 Millionen Tonnen Fracht befördert. Im Bereich von Stena Line Freight kamen zusätzliche Nordseeverbindungen in Richtung Großbritannien hinzu. Auch die Linie nach Irland wird weiter gestärkt werden.

Die Frachtfähren sind ausschließlich für die Beförderung von Fracht und Lkw bestimmt und transportieren zusätzlich auch Güter, die auf Passagierfähren nicht erlaubt sind. Frachtfähren haben so eine wesentlich größere Kapazität für die Aufnahme von Lkw und bieten ebenfalls spezielle "Trucker"-Angebote. Mannschaft und Lkw-Fahrer teilen sich an Bord dieselben Bereiche - anstatt Kino und Restaurants gibt es Videorecorder und einen gemeinsamen Speiseraum. Die Frachtfähren befahren u.a. die Routen Travemünde - Göteborg und Hoek van Holland - Harwich.
Die TT Line verbindet das südschwedische Trelleborg mit Travemünde und Rostock. Frachtfähren unter TT-Flagge sind außerdem mehrmals täglich zwischen Tranvemünde und Helsingborg unterwegs.

Genau nach Fahrplan: RoRo-Fähren vernetzen die gesamte Ostseeregion.

Klassische Vogelflugline
Auch die klassische Vogelflugline mit den Verbindungen Puttgarden/Rodby und Helsingborg/Helsingör hat trotz der Brücke über den Öresund nicht an Bedeutung verloren, wie die täglich 50 bzw. 60 Abfahrten auf diesen Relationen belegen. Bedient werden die Verbindungen von der deutsch-dänischen Reederei Scandlines zahlreiche weite Verbindungen über die Ostsee. Mit einer Vielzahl hochfrequenter Routen zwischen Deutschland, Dänemark, Schweden und den baltischen Staaten  befördert die Reederei Scandlines jedes Jahr unter anderem knapp 1 Million Lkw und Trailer sowie 110.000 Schienenwaggons.

Die größte Fährgesellschaft in der nördlichen Ostsee ist die Tallink Silja-Gruppe. Das Unternehmen erwartet für das laufende Jahr, 300.000 RoRo-Frachteinheiten zu transportieren. Mit 21 Schiffen auf sieben Routen bedient die Reederei die wichtigsten Verkehrsachsen in Nord-Süd- sowie Ost-West-Richtung. Die Tallink Silja-Knotenpunkte befinden sich in Finnland, Schweden, Estland und Lettland sowie in Rostock. Von Deutschland aus bietet Tallink Silja täglich eine Kapazität von 2.000 Lademetern auf den schnellen Superfastfähren nach Finnland und weiter nach Estland.


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