Wachstumsperioden
Positives Halbjahresergebnis im Kieler Seehafen
Die Fährverkehre sind der Wachstumsmotor im Kieler Seehafen. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden auf den vier Linienverbindungen 11,5 % mehr Güter transportiert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH & Co. KG: "Die Fährverkehre machen derzeit dreiviertel des Gesamtumschlages aus und sind unser Kerngeschäft. Das Wachstum gerade in diesem Bereich bestätigt die Investitionen in den Hafen." An allen Hafenanlagen wurden im ersten Halbjahr mehr als 2,52 Mio. t Güter umgeschlagen, davon 2,24 Mio. Tonnen über öffentliche Anlagen der Seehafen Kiel.
Kombinierter Verkehr boomt
Entsprechend dem Stückgutumschlag konnte auch der kombinierte Ladungsverkehr Schiene/Schiff stark zulegen. Im ersten Halbjahr wurden 6.450 KV-Einheiten umgeschlagen. Gegenüber 5.225 Einheiten des Vergleichszeitraums entspricht dies einem deutlichen Plus von über 23 %. Die positive Entwicklung verteilt sich etwa gleichgewichtig auf das KV-Terminal im Ostuferhafen und den Norwegenkai. Damit zeichnet sich in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt übrigens ein ähnlicher Trend wie in weiteren Güterumschlagszentren ab, die mittelfristig und gerade unter Umweltaspekten eine Lösung der Infrastrukturprobleme im bevorzugten Ausbau der Schiene sehen.
Neben dem Osteuropaverkehr verzeichnet auch der Skandinavienverkehr ein kräftiges Umschlagsplus, so dass beide Fahrtgebiete im Umschlagsvolumen in etwa gleichauf liegen. "Die Stena Line erzielte auf der Route Kiel - Göteborg zweistellige Wachstumsraten und auf der Color Line-Route Kiel - Oslo sind die verfügbaren Kapazitäten nahezu vollständig ausgelastet", freute sich der Kieler Hafenchef anlässlich der Halbjahresbilanz Mitte Juli.
Weiter auf Wachstumskurs
Den Blick auf die Zukunft gerichtet, plant die Seehafen Kiel GmbH & Co. KG bereits die Integration des nördlich an den Ostuferhafen angrenzenden ehemaligen Ortopedia-Geländes. Hier sollen mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein etwa 4 Hektar zusätzliche Hafenfläche entstehen. Dirk Claus: "Wird unserem Förderantrag zugestimmt, so kann die Konversion bereits im kommenden Jahr beginnen. Wir schaffen damit die Voraussetzungen für weiteres Wachstum des Güterumschlages." Im Stadthafen läuft derweil die Erweiterung des Norwegenkais auf Hochtouren, um die Anlage dem steigenden Bedarf der Color Line anzupassen. Insgesamt will die Seehafen Kiel nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren über 50 Mio. Euro in die Hafenanlagen investieren.
Entgegen dem steigenden Stückgutumschlag war der Umschlag von Massengütern im ersten Halbjahr des Jahres rückläufig. Geringere Mengen meldeten sowohl die Tanklager wie auch der Silobetrieb im Nordhafen. Dazu hat das Kohlekraftwerk weniger Brennstoff auf dem Seeweg bezogen und Anlieferungen auf die Schiene verlegt. In Summe wurden knapp 0,6 Mio. Tonnen Massengüter meist über private Anlagen umgeschlagen. Im Passagierverkehr via Kiel schließlich wurden gut 664.000 Reisende gezählt, ein Plus von 3,3 %. Während der Fährverkehr nur leicht zulegte, wächst das Marktsegment Kreuzfahrt nach Inbetriebnahme des neuen Ostseekais nach Aussage der norddeutschen Hafenbetreiber zweistellig.
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