Bremens Häfen legen kräftig zu
Massive Investitionen in weiteres Wachstum
Rund 4,5 Mio. TEU, fast 1,9 Millionen Fahrzeuge – das sind die beiden wichtigsten Einzelposten aus der bremischen Hafenbilanz. Der Gesamtumschlag stieg 2006 um etwa 19 Prozent auf 64,6 Millionen Tonnen und legte wesentlich stärker zu als in Hamburg, Rotterdam und Antwerpen.
Großen Anteil an daran wiederum hat die boomende Containerlogistik: Mit einem Plus von knapp 20 Prozent behaupteten sich die Zwillingshäfen im vergangenen Jahr unter den wachstumsstärksten Standorten der Welt.
Um auf das weitere Wachstum der Seegüterlogistik vorbereitet zu sein, hat Bremen die größte maritime Investitionsoffensive seiner Geschichte eingeleitet. Im Mittelpunkt steht der Bau von Container-Terminal IV (rund 500 Millionen Euro). Das derzeit größte Hafenprojekt Europas wird dem Markt im Frühjahr 2008 mit vier neuen Liegeplätzen und etwa 90 Hektar Arbeits- und Stellfläche vollständig zur Verfügung stehen – neun Monate früher als geplant.
Wenige Kilometer südlich beginnen derzeit die Arbeiten für ein zweites gewaltiges Hafenbauwerk. Mit einer 305 Meter langen Kammer und 55 Meter Durchfahrtsbreite soll die neue Bremerhavener Kaiserschleuse die Erreichbarkeit der Auto-Terminals weiter verbessern. Das 230-Millionen-Euro-Projekt bietet die Gewähr dafür, dass der weltweit größte Hafen für Übersee-Fahrzeugtransporte ab 2010 optimal auf die Größenentwicklung in der Schifffahrt vorbereitet sein wird.
Der Stärkung der Fahrzeuglogistik dient auch das Projekt Osthafen. Es wurde vor wenigen Monaten fertig gestellt. Damit verfügt der Standort über vier neue Liegeplätze, die flexibel von Großschiffen und kleineren Auto-Carriern genutzt werden können. Daneben wurde die Verkehrs- und Aufstellfläche für den Automobilumschlag um dringend benötigte weitere 60.000 qm erweitert
Neben den Bremerhavener Anlagen profitieren auch die Stückgut- und Massengut-Terminals in Bremen vom Wachstum der Seeverkehrsmärkte. Dort hat die Hafenwirtschaft in den vergangenen Jahren erheblich investiert – zum Beispiel in den Bau eines Container- und Short-Sea-Terminals (Rhenus Weserport) am Industriehafen. Mit neuen Verladeeinrichtungen für Tankwaggons (HGM) sowie zusätzlichen Hallen und Logistikanlagen (Firmen Tiemann und Griepe) setzte die Branche weitere Akzente.
Nachdem der Umschlag in Bremen im Jahr 2006 ein beachtliches Plus von fast 20 Prozent erreicht hat, deutet auch das erste Halbjahr 2007 bereits wieder eine Steigerung von rund 8 Prozent an. Zur Stärkung dieses Trends trägt auch die Anpassung der Mittelweser und ihrer Schleusen für den Verkehr mit Großmotorgüterschiffen (GMS) bei – eine Maßnahme, die dem Binnenschifffahrtsstandort Bremen im kommenden Jahrzehnt Auftrieb geben wird.
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