30.08.2007

Gigant setzt auf weiteres Wachstum

Mehr Brücken: Rotterdam rüstet sich für noch mehr Container

Rotterdam ist der Brückenkopf im europäischen Containerverkehr

Die Containerverkehre boomen! Das spürt man auch in Europas größtem Containerhafen Rotterdam. Hier wurden im letzten Jahr 9,7 Mio. TEU umgeschlagen. In diesem Jahr dürfte die magische 10 Mio.-Grenze überschritten werden. Mit diesen Zahlen liegt Rotterdam unangefochten an der Spitze im europäischen Containerumschlag. Nächster Konkurrent ist Hamburg mit zuletzt 8,90 Mio. TEU. Ein Grund für den anhaltenden Erfolg der Rotterdamer ist deren bessere Erreichbarkeit gegenüber anderen Nordseehäfen.

Boomende Box: Rotterdam rechnet 2025 mit rund 23 Mio. TEU Umschlag

Ein Beleg: Rund 70% der in Rotterdam gelöschten und geladenen Container stammen von außerhalb der Niederlande oder gehen dorthin. Rotterdam hat eine Brückenkopffunktion für den europäischen Containerumschlag übernommen. Von diesem strategisch günstig gelegenen Hafen werden die Container für ganz Europa mit Küstenschiffen, Binnenschiffen, per LKW oder Bahn weiterbefördert.
Alle Verkehrsträger haben reichlich Arbeit: Der Städtische Hafenbetrieb Rotterdam erwartet bis zum Jahr 2025 einen  Containerumschlag von etwa 23 Millionen TEU.

Der Containerumschlag ist in Rotterdam auf zwei Gebiete konzentriert: das Delta-Terminal auf der Maasvlakte im äuâersten Westen und das mehr landeinwärts gelegene Gebiet Waalhaven/Eemhaven. Der größte Rotterdamer Containerbetrieb ECT (Europe Combined Terminals) betreibt Terminals in beiden Hafenteilen. Neben diesem Großbetrieb gibt es in Rotterdam noch einige große und mittelgroße Containerstauer wie APMT Rotterdam, Uniport und Rotterdam Shortsea Terminal (RST). RST ist spezialisiert in das Laden und Löschen von Containern der Küstenschiffahrt.

Weiterhin haben sich im Rotterdamer Hafengebiet zahlreiche Betriebe angesiedelt, die in den Bereich Lagerung, Wartung und Reparatur von Leercontainern sowie mit der Sammelbefrachtung von Containerladungen tätig sind. Rings um die Terminals im Waal-/Eemhavengebiet und auf der Maasvlakte haben sich zudem einige Dutzend Containerdepots niedergelassen. Sammelfrachtbetriebe sind in den sogenannten Distriparks zu finden: Eemhaven, Botlek und Maasvlakte. Die dort ansässigen Betriebe bieten noch weitere Dienstleistungen an, etwa die Lagerung von Gütern, Umpacken, Etikettieren, Reparieren, Modifizieren und Assemblieren.

Die Abfertigung der großen Containerschiffe verlagert sich nach und nach zur Maasvlakte. Sie ist für die größten Containerschiffe leicht zu erreichen. ECT betreibt dort das ECT Delta Dedicated East, West und Nord Terminals mit einer Gesamtkapazität von 7 Millionen TEU pro Jahr. Um für künftiges Wachstum gewappnet zu sein arbeitet man in Rotterdam mit Hochdruck an einer Erweiterung der Umschlagmöglichkeiten.

Pläne: Rotterdam arbeitet mit Hochdruck an einer Hafenerweiterung

Bis vor einigen Jahren wurden Container fast ausschließlich per LKW vom und ins Hinterland befördert. Rund 60% dieser Transporte sind jetzt jedoch von anderen Beförderungsmitteln übernommen worden. Der Transport per Binnenschiff auf dem Rhein erweist sich dabei als wirtschaftliche Alternative vor allem für Container, die in  die Rheinuferstaaten und die Donauländer gehen. Dank der Liniendienste zu etwa 60 Inlandterminals hat die Binnenschiffahrt einen Anteil von gut 30% des Containerverkehrs im Rotterdamer Hafen erreicht. Durch wachsende Binnenterminals im Hinterland und eine verbesserte Logistik in Rotterdam soll dieser Anteil in Zukunft weiter wachsen.

Der Eisenbahnanteil liegt bei 11%. Es wurden immer mehr internationale Container befördert als im Jahr zuvor. Dies vor allem dank der Einführung von Shuttle-Zügen, die zu geregelten Zeiten in einer festen Zusammenstellung ohne zu rangieren die Strecke zwischen Rotterdam und Eisenbahnterminals im In- und Ausland zurücklegen. Gegenwärtig gibt es Shuttle-Verbindungen mit 3 nationalen und 40 internationalen Bestimmungen.

Die Shuttle-Züge werden auf dem Delta Terminal und im Güterbahnhof Rail Service Center Eemhaven und RSC Maasvlakte abgefertigt. Sehr wichtig für den Containerverkehr auf der Schiene wird die sogenannten Betuwe Route, die Rotterdam mit Deutschland verbindet.
Aber auch der Weitertransport auf dem Seeweg spielt eine große Rolle. Kein Wunder: Durch seine direkte Nachbarschaft zur Nordsee sind die Containerterminals auf der Maasvlakte für die Zu- und Abfuhr von Containern mit Küstenschiffen hervorragend geeignet. Vor allem für Container mit Herkunft oder Bestimmung in der Nähe von Seehäfen ist dies eine gute Alternative zum Straßentransport. Von Rotterdam aus gibt es Liniendienste zu 200 europäischen Häfen.

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