Niedersachsens Häfen brummen
Hafentag thematisiert Hinterlandanbindungen
Für eine gezielte Vernetzung der See- und Binnenhäfen hat sich Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Walter Hirche ausgesprochen. Im Rahmen des 17. Niedersächsichen Hafentages kündigte Hirche vor über 500 Gästen an, dass sich das Land auch weiterhin in der Hafenwirtschaft engagieren werde.
Stärke durch Gemeinsamkeit
Eröffnet wurde der in diesem Jahr in Papenburg stattfindende Hafentag vom Geschäftsführer der Seaports of Niedersachsen GmbH, Andreas Bullwinkel - nicht ohne besonderen Dank an Hirche, der Seaports im Frühjahr die Mittelzusage für weitere vier Jahre Hafenmarketing zugesagt hatte. Er versprach den Auftrag des Ministeriums, die im Niedersächsischen Hafenkonzept geforderte Vernetzung der See- und Binnenhäfen voran zu treiben.
„Aber auch eine Länder übergreifende Hafen-Kooperation an der Deutschen Bucht ist für unsere gemeinsame Zukunft wichtig“, erklärte Bullwinkel dem Fachmagazin ConTraiLo. „Die Seehäfen Niedersachsens und Bremens treten vermehrt international als Gruppe in Erscheinung, und das Feedback von Kundenseite ist eindeutig.“ Die Bedeutung dieser Thematik zeige sich daran, dass das gemeinsame Marketing der Seehäfen an der deutschen Nordseeküste auch Eingang in den Masterplan Güterverkehr und Logistik des Bundes gefunden habe.
„Nur mit einem Hafensystem Deutsche Bucht bleiben wir gegenüber den ARA-Häfen konkurrenzfähig“, unterstrich auch Minister Hirche die Bedeutung des Themas. „Durch die Intensivierung der Zusammenarbeit aller Akteure können wir die Funktionsfähigkeit der logistischen Ketten gewährleisten.“ Neben Straße und Schiene müssten auch die Möglichkeiten der Binnenschifffahrt künftig effektiver genutzt werden. Er betonte dabei die Notwendigkeit, die Wasserstraßen für das übergroße Großmotorgüterschiff (üGMS) auszubauen.
Bahn stellt sich steigendem Bedarf
Die Sicht der Deutschen Bahn zum Thema Hinterlandanbindungen der Seehäfen erläuterte Bringfried Belter, Leiter des Projekts Masterplan Seehafenhinterlandanbindung bei der Deutschen Bahn. Um im Wettbewerb mit der Straße weiter punkten zu können, bedürfe es einer Infrastruktur, die dem steigenden Bedarf gewachsen sei. Eine leistungsfähige Anbindung der Nord- und Ostseehäfen besitze höchste Priorität, so Belter.
Ein tragfähiges Konzept der Bahn werde auf alle Fälle ein nationales sein, denn „Lösungen für zukunftsfähige Hinterlandanbindungen auf der Schiene müssen die Prognosen der norddeutschen Häfen angemessen berücksichtigen. Die niedersächsischen Seehäfen spielen hierbei, wie Hamburg und Bremen, eine wesentliche Rolle“, betonte der Bahnmanager.
Im Rahmen des Masterplans Schiene der Deutschen Bahn und der Häfen wurden bereits entsprechende Maßnahmen entwickelt. Belter erwähnte unter anderem die geplante Y-Trasse zwischen Bremen – Hannover und Hamburg – Hannover sowie die Anbindung des geplanten JadeWeserPorts.
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